„Wenn wir nicht wissen, was wir tatsächlich tun, dann können wir unmöglich das tun, was wir möchten."
Dr. Moshé Feldenkrais

Feldenkrais®-Methode

Anwendungsbereiche

  • Erweiterung des Körperbewusstseins
  • Prävention und Gesundheitsvorsorge
  • Chronische Schmerzen (z.B. Schmerzen am Bewegungsapparat, Kopfschmerz, …)
  • Verbesserte Performance in den Bereichen Musik, Tanz, Schauspiel und Sport
  • Bühnenpräsenz, Umgang mit Bühnenangst
  • Rehabilitation nach Unfällen

Gruppenstunden – Bewusstheit durch Bewegung® (ATM)

Die Bewegungsabläufe werden verbal angeleitet. Kurspreis auf Anfrage – Zehnerblock günstiger erhältlich.

Einzelstunden – Funktionale Integration® (FI)

Der Klient wird vom Feldenkrais®-Practitioner bewegt. Preis auf Anfrage.

Moshé Feldenkrais (Copyright: Hans E. Czetczok)

Moshé Feldenkrais (1904–1984) war Physiker und Kampfsportler und entwickelte die nach ihm benannte Bewegungslehre.

Die mit geringem Kraftaufwand ausgeführten Bewegungsabläufe der Feldenkrais®-Methode steigern das Körperbewusstsein. Durch das Bewusstmachen von Bewegungs- und Verhaltensmustern werden neue Möglichkeiten erschlossen, die Koordination von Bewegungen wird geschult und Kraft kann somit gezielter und effektiver eingesetzt werden.

Mühelosere Bewegungen im Alltags- und Berufsleben helfen Überlastung zu vermeiden.

Mehr über Moshé Feldenkrais …

Moshé Feldenkrais war ein in der heutigen Ukraine geborener Ingenieur, Physiker, Judomeister und vor allem lebenslang ein Forscher.

Geprägt durch den Zionismus zog es ihn 14jährig zunächst nach Palästina, wo er Jiu Jitsu und andere Nahkampftechniken erlernte und sein Abitur ablegte.

1930 ging er nach Paris, studierte Elektrotechnik und Mechanik. Als Ingenieur arbeitete er im Nuklearlabor von Frédéric Joliot und Irène Joliot-Curie und gründete unter Anleitung des Judomeisters Kanō Jigorō den erste Judoclub Frankreichs. 1940 emigrierte Moshé Feldenkrais und war als Angestellter der britischen Admiralität gemeinsam mit anderen Wissenschaftlern in Schottland tätig. Gleichzeitig setze er sich eingehend mit Neurophysiologie und Neurobiologie auseinander.

Eine Knieverletzung, die er sich beim Fußball zugezogen hatte, war darüber hinaus Anlass, sich mit dem Lernen am eigenen Körper zu befassen. Er studierte Werke von F.M. Alexander und Elsa Gindler und traf schließlich Heinrich Jakoby in der Schweiz. 1950 kehrte er nach Palästina zurück um am Aufbau des neuen Staates Israel mitzuwirken. Zwei Jahre danach gründete er sein eigenes Feldenkrais-Institut und widmete sich der Ausarbeitung und Lehre seiner Methode.

Ab den1960er Jahren begann er Trainings abzuhalten, in denen viele heute noch tätige Feldenkrais®-LehrerInnen ihre Ausbildung erhielten. Zu seinen bekanntesten Schülern zählen David Ben-Gurion, Yehudi Menuhin und Peter Brook.

Seine in den von ihm veröffentlichten Büchern dargelegten Ideen zum Lernen und zur Entwicklung des Menschen zu einem reifen Wesen wurden und werden von zahlreichen namhaften Personen in ihren Werken zitiert und in ihren Methoden verwendet. Obwohl der Stand der Gehirnforschung sich inzwischen erheblich weiterentwickelt hat, griff er vielen heutigen Erkenntnissen vor. Grundlegende Ideen der Feldenkrais®-Methode finden sich beispielsweise in Erkenntnissen moderner Lerntheoretiker wie Gerald Hüther, Gerhard Roth und vieler anderer heute wissenschaftlich bestätigt.

FAQ

Brauche ich Vorkenntnisse, um an Feldenkrais®-Gruppenstunden teilzunehmen?

Nein, es sind keine Vorkenntnisse notwendig, und die Übungen sind unabhängig von Alter oder körperlicher Fitness möglich. Bei schwerwiegenden Bewegungseinschränkungen oder starken Schmerzen kann ein Einstieg über Einzelstunden (Funktionale Integration®) ratsam sein.

Was muss ich mitbringen?

Bitte bequeme Kleidung und nach Wunsch ein Tuch zum Unterlegen mitbringen. Matten stehen zur Verfügung.

Muss ich Feldenkrais®-Lektionen regelmäßig zu Hause üben?

Nein, Feldenkrais®-Übungen müssen nicht täglich trainiert werden, um eine Verbesserung zu bewirken!

Die Feldenkrais®-Methode dient nicht zum Muskelaufbau, zur Dehnung oder Ähnlichem, sondern beruht auf einem gänzlich anderen Zugang. Die Erweiterung und Verbesserung der Beweglichkeit findet statt, indem über leichte, einfach ausführbare Bewegung neue neuronale Verbindungen geschaffen werden. Gerade am Anfang fällt es vielen Menschen nicht leicht, diese Art des mühelosen Bewegens alleine auszuführen – es kann daher sogar von Vorteil sein, die Übungen nur unter Anleitung auszuführen. Spielerisches Experimentieren mit Bewegungen ist aber natürlich jederzeit gut und sinnvoll. 

Wann sind Einzelstunden (Funktionale Integration®) Gruppenstunden vorzuziehen?

Grundsätzlich können Einzelstunden immer hilfreich sein, wenn man unter stärkeren Bewegungseinschränkungen oder Schmerzen leidet. Für MusikerInnen können auch konkrete Problemstellungen im Umgang mit dem Instrument ein Anlass sein, in Einzelstunden eine intensivere Auseinandersetzung zu suchen.

Da in den Einzelstunden der Feldenkrais®-Practitioner die Bewegungen manuell anleitet, ist es für den Klienten leichter, seine gewohnten Bewegungsmuster zu verlassen. Bei Schmerzen oder Bewegungseinschränkungen kann es zudem hilfreich oder notwendig sein, die Beweglichkeit in Einzelarbeit erst so weit zu verbessern, dass eine Teilnahme an Gruppenstunden wieder möglich ist.

Wie kann die Feldenkrais®-Methode bei Auftrittsangst helfen?

Jede Emotion ist immer auch Bewegung. Ein durch die Feldenkrais®-Methode gesteigertes Körperbewusstsein hilft die körperlichen Vorgänge wie Veränderung des Muskeltonus, der Atmung, der Motorik wahrzunehmen und ermöglicht somit einen Zugang zu einer bewussten Steuerung. Lernt man Bewegungen und Atmung zu steuern, so ist man auch Emotionen nicht hilflos ausgeliefert. Um mit Moshé Feldenkrais zu sprechen: „Angst tritt ein, wenn wir zuinnerst wissen, dass wir keine Wahl haben – keine alternative Handlungsweise.“

Sind regelmäßige Feldenkrais®-Lektionen geeignet, um sich körperlich fit zu halten?

Durch die Feldenkrais®-Methode verbessern wir die Effizienz in den Bewegungen. Wir können uns also müheloser und leichter bewegen und verbrauchen weniger Energie für Spannungen im Körper, die für die geforderten Funktionen nicht zielführend sind. Dies schließt aber keinesfalls aus, zusätzlich Sport, Muskel- oder Ausdauertraining zu betreiben. Ein verbessertes Körperbewusstsein kann die Leistungen beim Sport erheblich verbessern.